Wildschweine am Glinder Stadtrand – Bitte um Unterstützung und Hinweise

Seit Monaten werden immer wieder Wildschweine in östlichen Stadtteilen gesehen. Maßnahmen zur Regulierung/ Vertreibung laufen bereits. Bürgerinnen und Bürger können jetzt Sichtungen einfacher und anonym melden.
Im Nordosten Glindes, im Bereich „Am Spitzwald“ und etwas südlicher in der Nähe der Bummerei und des Schlehenwegs an der Kreisstraße 80 fallen immer wieder Wildschweine auf. Diese werden von Anwohnenden in der Nähe ihrer Häuser und Grundstücke beobachtet. Zu diesem Thema hatte die Stadt Reinbek bereits im vergangenen Herbst Handlungsempfehlungen mitgeteilt und über Bekämpfungsmaßnahmen informiert. Viele Medien griffen das Thema auf, das auch Glinde beschäftigt. Jägerinnen und Jäger des Hegerings Reinbek sind den Wildschweinen seit den ersten Meldungen auf der Spur und kämpfen gegen die Situation. Viele Tiere konnten bereits erlegt werden, auch um andere zu vertreiben.
Anwohnerinnen und Anwohner melden weiterhin Wildschweine bei der Stadt Glinde und äußern Sorgen vor Begegnungen. Um ein noch besseres Bild von der Lage zu bekommen, hat die Stadt Glinde auf der Internetseite ein Online-Formular (www.glinde.de/wildschwein) eingerichtet, über das gesichtete Wildschweine einfach und anonym gemeldet werden können. Die Daten werden an zuständige Stellen weitergeleitet und für eine Auswertung gesammelt. Außerdem sind auf der Internetseite Verhaltenstipps und weitere Hinweise hinterlegt.
Angriffe von Wildschweinen auf Menschen sind insgesamt äußerst selten. Begegnungen – auch in relativer Nähe – sind nicht automatisch als akute Gefahrenlage zu bewerten. Entscheidend ist das konkrete Verhalten der Tiere. Nach derzeitigem Kenntnisstand liegen keine belastbaren Hinweise auf ein aggressives Verhalten im betroffenen Bereich in Glinde vor.
Wildschweine sind meist in der Dämmerung und nachts aktiv. Noch bis Mai/ Juni sind Bachen (weibliche Wildschweine) mit ihren Frischlingen (den Jungtieren) unterwegs. Sollten sich Wildschweine bedroht fühlen, überrascht werden oder gar bedrängt, können sie aggressiv reagieren. Das gilt besonders für Muttertiere. Wildschweine sind Wildtiere, auch wenn sie nicht direkt weglaufen.
Deshalb gilt:
- ruhig verhalten, ruhig bewegen, Hektik vermeiden
- sich langsam von Wildschweinen entfernen
- Abstand halten, Umwege gehen
- Hunde sind grundsätzlich an der Leine zu führen. Sie könnten Wildschweine aufschrecken.
- Unter KEINEN Umständen versuchen die Tiere zu streicheln oder zu füttern.
Bereits seit den ersten Sichtungsmeldungen von Wildschweinen in Glinde steht die Stadtverwaltung im Austausch mit Jägerinnen und Jägern des Hegerings Reinbek und Personen über die Stadtgrenze hinaus. Im Herbst 2025 hat die Stadt Reinbek zahlreiche Hinweise zum Umgang mit Wildschweinen veröffentlicht. Diese sind auf Glinde übertragbar. Nur wenn gemeinsam gehandelt wird, können Aktionen erfolgreich sein.
Folgende Maßnahmen können Privatpersonen durchführen:
- Mülltonnen und Komposthaufen verschließen oder sichern
Fallobst regelmäßig entfernen
keine Grünabfälle oder Essensreste im Freien lagern
Zäune oder Einfriedungen möglichst stabil gestalten, auf Standfestigkeit prüfen
Immer wieder wird gefordert, die Wildschweine zu bejagen. Es gibt in einer dicht besiedelten Region wie der unserigen jedoch verschiedene Schwierigkeiten. Im Bereich “Am Spitzwald” wird der Bestand aktiv reguliert, unabhängig vom subjektiven Risikoempfinden. Allerdings nur in begrenzten, räumlichen Bereichen von Hochsitzen aus, in denen die Gefährdung von Dritten (Menschen, die Sport treiben, spazieren, Rad fahren, …) ausgeschlossen werden kann.
Im Bereich Bummerei ist die Situation schwieriger. Die Region gilt als befriedeter Bezirk, also als Wohngebiet. Dort ist die Jagd grundsätzlich gesetzlich ausgeschlossen. Es ist zu gefährlich, weil sich dort Menschen aufhalten und ihrem Alltag nachgehen. Die Gefahren mit der Schusswaffe im bebauten und hochfrequentierten Gebiet zu jagen, sind immens.
Abgesehen davon ist die Bestandsregulierung auch jagdpraktisch stark eingeschränkt. Von Januar bis Mai bzw. Juni greift der Muttertierschutz nach § 22 Abs. 2 BJG und ist zwingend zu beachten.
Es gibt bereits einen regen Austausch mit den Jagdausübungsberechtigten der östlich der K80 liegenden Flächen (Reinbek-Neuschönningstedt), um evtl. durch eine verstärkte Bejagung auf der östlichen Seite der K80 den Wechsel der Wildschweine in das Glinder Gebiet zu reduzieren. Allerdings gehen auch dort viele Menschen ihren Freizeitaktivitäten nach. Dadurch ist die Bejagung in diesem Bereich ebenso schwierig.
Inwiefern Sondergenehmigungen zur Bejagung beantragt werden können, wird geprüft. Zuvor werden in den kommenden Monaten Wildschwein-Sichtungen weiterhin erfasst. Dafür bittet die Stadtverwaltung um Mithilfe der Bevölkerung. Auf der Internetseite www.glinde.de ist ein Online-Formular eingerichtet. Dort können Wildschwein-Sichtungen anonym eingetragen werden. Es wird nach Datum, ungefährer Uhrzeit, Ortsbeschreibung, Anzahl der Tiere sowie Besonderheiten gefragt. Außerdem ist es weiterhin möglich, Meldungen per E-Mail (ordnungsamt@glinde.de) oder Telefon (040 71002-243) zu übermitteln.