Igelschutz ganz einfach – Glinde weist auf Gefahren durch Mähroboter hin

Die kleinen Stacheltiere sehen süß aus, sind nützlich im Garten und haben immer weniger Lebensraum. Igel gelten mittlerweile als potentiell gefährdet und brauchen unser aller Hilfe. Ein neuer Flyer bietet eine Übersicht.
Bis zu 8000 Stacheln hat ein Igel an seinem Körper. Jetzt im Frühling sind die Tiere wieder unterwegs, weil der Winterschlaf vorbei ist. Die angefressenen Herbstpfunde sind längst weg. Die wärmeren Temperaturen wecken die Lebensgeister. Bedeutet auch, die Paarungszeit der Igel beginnt. In den kommenden Monaten wird dann der Nachwuchs geboren. Dafür brauchen die Tiere viel Energie. Deshalb suchen Igel jetzt besonders in der Dämmerung und nachts in vielen Gärten nach Nahrung. Würmer, Schnecken, Spinnen, Larven und andere Insekten stehen auf dem Speiseplan. Doch in vielen Gärten begegnen Igel einer großen Gefahr – Mähroboter.
Die moderne Technik macht zwar die Gartenarbeit bequemer, aber sie kann Igel und andere Gartentiere schnell schwer verletzen. Deshalb bittet die Stadt Glinde um einen sorgsamen und rücksichtsvollen Umgang mit Mährobotern. Igel sind besonders in der Dämmerung und in der Nacht aktiv. Bei Gefahr (z. B. durch einen Mähroboter) flüchten sie nicht. Die Stacheltiere rollen sich nur zusammen, um Angreifer abzuwehren. Die Messer eines Mähroboters können Igel in dieser Situation jedoch verletzen. Zu den Igelfreunden Glinde wurden in den vergangenen Jahren viele Tiere mit schweren Schnittverletzungen am Körper und den Beinen gebracht. Oft sind die Verletzungen sogar tödlich. Der Aufruf der Stadt Glinde lautet deshalb: In der Dämmerung und nachts bleibt der Mähroboter stehen und lädt auf. Tagsüber ist genügend Zeit. Vor dem Einsatz prüfen, ob ein Igel im Garten unterwegs ist.
Igel gehören zu den erdgeschichtlich ältesten Säugetierformen. Mittlerweile gibt es immer weniger Westeuropäische Igel. Deshalb ist er auf der internationalen Roten Liste als „potentiell gefährdet“ eingestuft. In Deutschland gehören Igel zu den nach Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützten Tierarten. Ihre Lebensräume werden immer kleiner. Durch intensive Landwirtschaft und Urbanisierung verschwinden Flächen und Nahrungsgrundlagen. Landschaften werden durch Straßen und Bebauung zerschnitten. Auch der Klimawandel macht den kleinen Tieren zu schaffen. Aber, ihnen kann geholfen werden. Mit folgenden Tipps wird ein Garten zum Paradies für Igel.
- einheimische (Obst-)Bäume, Büsche und Stauden pflanzen, Blühwiesen anlegen
- Unterschlupfmöglichkeiten schaffen: z.B. dichte Hecken, Laub- und Komposthaufen oder Hohlräume (z.B. unter Gartenhäuschen)
- Wasserstellen sowie Futterstellen in nahrungsarmen Zeiten anbieten
- Durchgänge zu Nachbargärten schaffen
- Verzicht auf Insektizide, Schneckengift und Kunstdünger
- Nur Teilflächen mähen sowie im hohen Gras und unter Hecken besonders aufmerksam sein
Wer diese Tipps und Ideen in seinen Garten bringt, leistet einen wertvollen Beitrag zum Igelschutz und kann auf Igel-Besuch und damit verbundene Freude hoffen. Gleichzeitig wird damit der Garten auch im Allgemeinen naturnaher gestaltet, wovon auch andere Tierarten profitieren. Insgesamt können Sie somit aktiv zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen und sowohl für sich selbst als auch für die im Garten lebenden Tiere die Aufenthaltsqualität maßgeblich erhöhen. Alle Informationen gibt es auch kompakt und übersichtlich in einem Flyer „Igelschutz ganz einfach“ zum Mitnehmen im Rathaus oder als Download unter glinde.de.