Kreisarchiv kommt mit Bildern in Ihr Wohnzimmer!

Die neue Homepage des Kreisarchivs Stormarn erlaubt Nutzern schnelleren Zugriff auf die Sammlungen.

Stefan Watzlawzik und Sarah Walter vom Kreisarchiv

Bad Oldesloe: Aus dem Wohnzimmer kommt man jetzt direkt und schnell ins Kreisarchiv: Mit einer neuen Website hat das Stormarner Kreisarchiv die Nutzung seines Bestandes wesentlich einfacher gemacht. Über die neue Homepage (www.kreisarchiv-stormarn.de) werden Benutzerinnen und Benutzer demnächst von zu Hause aus unkompliziert auf den Bestand von rund 170.000 Digitalisaten zugreifen und damit arbeiten können.

 „Nutzer sollen die Sachen, die sie suchen, schnell finden“, erläutert Kreisarchivar Stefan Watzlawzik und macht es vor. Beim Stichwort „Dreharbeiten“ erscheinen Inge Meysel und „Der grüne Bogenschütze“ auf dem Schirm, und das zuerst als Foto. „Unsere Nutzer wollen in erster Linie Bilder ansehen“, hat Watzlawzik die Erfahrung gemacht. „Deshalb haben wir einen Schwerpunkt auf Bilder gelegt.“ Sie machen rund 100.000 Dateien des digitalen Bestandes aus. Danach folgen Akten und Zeitungsartikel. Die neue Website ist den Suchgewohnheiten der Benutzer angepasst und kommt damit den Bürgern entgegen. „Man findet jetzt wesentlich schneller als vorher, wonach man sucht“, ergänzt Archivmitarbeiterin Sarah Walter. „Die Suche in der Datenbank steht nun an erster Stelle, die war vorher versteckt. Jetzt sind die Daten direkt über die Website zu finden.“

Auf den zweiten Klick gibt es auch die Informationen zu den Bildern, die zu jeder Abbildung hinterlegt sind. Weggefallen sind umständliche Navigationswege, die erst nach mehrmaligem Durchklicken zu den gewünschten Ergebnissen führten. „Ursprünglich war die Website für Spezialisten gemacht, die sich mit Archiven auskennen“, so der Archivar, „die neue Homepage ist viel einfacher zu handhaben. Nutzer wollen direkt sehen, was im Bestand ist, und das soll ohne Umwege gehen.“ Dazu gibt es gleich die Lizenz fürs Runterladen, so dass das Archivgut auch weiter verwendet und mit anderen Interessierten geteilt werden kann.

Für die neue Technik hat das Kreisarchiv mit Andy Adiwidjaja aus Ahrensburg zusammen gearbeitet. „Das Besondere an dem neuen System ist, dass es responsiv ist“, erklärt der Fachmann, „das bedeutet, dass es auch auf mobilen Endgeräten wie dem Smart-Phone oder Tablet funktioniert.“ Dass man von unterwegs ins Kreisarchiv gucken kann, macht die Mediendatenbank attraktiver, die jetzt integriert ist. „Damit ist das Kreisarchiv gegenüber anderen Archiven sehr fortgeschritten“, so Adiwidjaja, „die Sachen werden gezeigt und gleichzeitig zugänglich gemacht.“

Umgekehrt wird es damit auch fürs Kreisarchiv  einfacher, das die Website nun selber vom Archiv aus bearbeiten kann. So werden die Kommunikation flexibler und der Bestand aktueller, weil er von der Quelle aus direkt ergänzt werden kann. Durch Open-Source-Software, die eine lizenzfreie Nutzung erlaube, sei die Seite zukunftssicher und gut weiterzuentwickeln, so Adiwidjaja. „Der Bestand des Archivs wird laufend ergänzt und dann natürlich auch dort abrufbar“, erklärt Watzlawzik. „Wir können nun auch einfacher Links auf Anfragen verschicken. Der Publikumsverkehr wird damit zurückgehen, weil man nicht mehr persönlich ins Archiv kommen muss.“ Kontakte zu den anderen Archiven im Kreis sollen den Service ergänzen. Die Umgestaltung zielt auch auf die bessere Zusammenarbeit mit Schulen ab. „Wir stehen für Unterrichtsprojekte zur Verfügung und bieten Praktika im Kreisarchiv an“, erläutert Sarah Walter.

„Das Archiv ist so viel einfacher zugänglich“, lobt Kirstin Krochmann vom Kreiskulturausschuss, „Dadurch kann es anders als die gedruckte Form laufend fortgeschrieben werden.“ Die neue Website sei ein zukunftsweisendes Projekt und einzigartig für Schleswig-Holstein. „Der Kreis hat das Projekt gerne unterstützt, weil auch er zum Ziel hat, zukunftsweisend zu agieren.“ Das Kreisarchiv wird damit gleich um eine Archivalie ergänzt: Die alte Homepage wird jetzt selber zu Archivgut.