Das Glinder Stadtarchiv

Ein umfangreiches Archiv steht Ihnen im Rathaus zur Verfügung. Das Archiv verfügt unter anderem über Jahresbände der Ortschronik seit etwa 1945.

Öffnungszeiten des Archivs:
Donnerstags von 15.00 bis 18.00 Uhr

Archivar
Dr. Carsten Walczok
Rathaus
Markt 1, Raum 419
21509 Glinde
Telefon  040-710 02-215
E-Mail: carsten.walczok(at)glinde(dot)de

Ein barrierefreier Zugang ist durch die Haupteingänge des Rathauses möglich.

 

Publikationen über Glinde

 

  • Blicke ins Stormarner Land
  • Das Lager Wiesenfeld, Zwangsarbeiter in Glinde
  • Die Glinder Mühle als Walke und Kupferhammer
  • Glinde - eine Ortsgeschichte, herausgegeben vom Heimat- und Bürgerverein Glinde e.V.
  • Glinde - in alten Ansichten
  • Glinde - Junge Stadt im Grünen
  • Kupfermühle Glinde
  • Zur Landverteilung in Glinde 

Kurbelwelle erinnert an Industriestandort und Zwangsarbeit

Als Dauerleihgabe ist eine Kurbelwelle aus dem einstigen Kurbelwellenwerk in Glinde im Glinder Rathaus ausgestellt. Zu bewundern ist die technische Leihgabe im Wartebereich des Bürgeramtes im 1.OG.

Die Kurbelwelle, die einst für einen Flugzeugmotor gebaut wurde, war Teil einer Ausstellung, die im Jahr 2014 in Glindes Bürgerhaus zum Thema Kurbelwellen gezeigt wurde  und die über die Geschichte Glindes vom Dorf zum wichtigen deutschen Industriestandort informierte.

Das Ausstellungsstück ist eigentlich  im Luftwaffenmuseum in Berlin  beheimatet und wurde nun nach Glinde dauerhaft ausgeliehen. Glindes Archivar Dr. Carsten Walczok ließ es sich nicht nehmen, die Leihgabe persönlich aus Berlin in den ehemaligen Kurbelwellenwerk-Standort zu holen. „Als ich nach Glinde kam, war mir die Brisanz des Themas gar nicht bewusst. Die Idee von mir und Glindes Bürgermeister Rainhard Zug war, so eine Kurbelwelle fest nach Glinde zu holen und ich habe überlegt, wo kriege ich eine  her? Ich fragte beim Luftwaffenmuseum in Berlin-Gatow und wurde fündig. Wir haben die Kurbelwelle in unseren Fiat gepackt und sind damit nach Glinde gefahren“, so Dr. Carsten Walczok über diese besondere Dienstreise. 

Ins Rollen gebracht hatten die Idee auch Gerrit Oswald, Ingenieur  und Hobbyhistoriker Heinz Juhre. Geschichtlich mit ein brachte sich später  noch Hans-Jürgen Preuß von der Geschichtswerkstatt. 

Rund 3.000 Kurbelwellen wurden von den 1930-er Jahren bis 1945 hier  monatlich produziert und machten aus dem Dorf Glinde in kürzester Zeit einen wichtigen deutschen Industriestandort. Die hier produzierten Kurbelwellen übertrugen die Kräfte aus dem Brennraum auf Rad-,Luft,- oder Schiffsschraube und waren wichtige Bauteile der Motoren und somit der Mobilmachung der Luftwaffenindustrie, denn für die Bomber, Aufklärer und Jagdflugzeuge brauchte man leistungsstarke Flugzeugmotoren.

Die Kurbelwellen die  in Glinde gebaut wurden, waren hierfür wichtige Präzisionsteile. „Das war Präzisionsarbeit und es wurde darauf geachtet, dass die Leute die Arbeit auch machen konnten. Die Arbeit verlangte Verstand und Geschick“, so Dr. Carsten Walczok. 

Das Kurbelwellenwerk Hamburg hier in Glinde, auch „KUHA“ genannt, war eine der größten Kurbelwellenfabriken  überhaupt. Kriegsbedingt waren hier in Glinde  in den Jahren 1942 bis 1945 tausende Fremd- und  Zwangsarbeiter für die Kurbelwellenproduktion eingesetzt und im Arbeitslager Wiesenfeld untergebracht. 

Wer mehr über die Geschichte der Kurbelwellenproduktion in Glinde erfahren möchte, kann Wissenswertes in der Broschüre „Kurbelwellen aus Glinde – Ein Stück Stadt- und Industriegeschichte“ nachlesen. Das Begleitheft zur damaligen Ausstellung wurde vom Stadtarchiv Glinde herausgegeben. Erhältlich ist die Broschüre gegen eine Schutzgebühr an der Information der Stadtverwaltung, Telefon 040-710 02 0.