Nein zu Gewalt an Frauen

Die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Stormarn, die Frauenfacheinrichtungen und das Projekt "KIK Stormarn – Netzwerk bei häuslicher Gewalt" konnten auch in diesem Jahr die Bäcker-Innung Holstein-Stormarn als Kooperationspartnerin für Veranstaltungen rund um den 25. November, dem Internationalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ gewinnen.

Foto: Stadt Glinde/T. Woitaschek

Aktionen, die anlässlich dieses Antigewalttages stattfinden, stehen unter dem Motto „Gewalt kommt nicht in die Tüte“. Diese Kampagne findet bereits zum 13. Mal im Kreis Stormarn statt. 

In diesem Jahr hat Frau Dr. Sabine Sütterlin-Waack, Ministerin für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung, die Schirmfrauschaft übernommen.

Insgesamt beteiligen sich in Schleswig-Holstein in diesem Jahr 60 Bäckereibetriebe, die Mitglied im Landesinnungsverband Schleswig-Holstein sind. In ihren zahlreichen Filialen setzen die Betriebe gut 320.000 Brötchentüten zum Einpacken der Backwaren ein. Im Kreis Stormarn beteiligen sich folgende Betriebe, die in ihren Stormarner Verkaufsstellen rund 23.000 Tüten einsetzen:

Bäckerei/Konditorei Rohlf, Inh. Jens Afheldt, Reinfeld (2.000), Bäckerei/Konditorei Kock, Bargteheide (2.000), Ahrensburger Stadtbäckerei, Henning Schacht, Ahrensburg (6.000), Bäckerei Braaker Mühle, Braak (5.000), Bäckerei Baumgarten e. K., Aumühle/Reinbek (5.000), Bäckerei/Konditorei Eggers (3.000). 

Zusätzlich werden durch die Gleichstellungsbeauftragten und die Frauenberatungsstellen und Frauenhäuser an Infoständen und bei Verteilaktionen landesweit weitere 35.000 Tüten mit (zum Teil von den Bäckereien gesponserten) Brötchen verteilt.

Hilfsangebote für von Gewalt betroffene Frauen und deren Kinder sind notwendig. Dies belegen auch die Fallzahlen der Frauenfachberatungsstellen und die Auskünfte der Polizei im Kreis Stormarn. 

In 2016 wurden 73 Fälle von häuslicher Gewalt durch die Polizei an die Frauenberatungsstelle von Frauen helfen Frauen Stormarn e.V übermittelt. in 24 Fällen war eine polizeiliche  Wegweisung des Täters ausgesprochen worden. Weitere 37 Frauen waren Selbstmelderinnen, die sich wegen häuslicher Gewalt an die Beratungsstelle wandten. 

Das Frauenhaus Stormarn bot im Jahr 2016  Schutz und Wohnmöglichkeit für 55 Frauen und 41 Kinder. Viele weitere Anfragen mussten an andere Frauenhäuser im Land vermittelt werden. Diese Zahlen bilden nur das Hellfeld ab, also die Fälle, die bekannt geworden sind. Es ist davon auszugehen, dass die Anzahl der Betroffenen deutlich höher ist, denn nur Wenige rufen die Polizei zur Hilfe bzw. suchen von sich aus Hilfe.

Die Frauen- und Mädchenberatung und die Erziehungsberatungsstelle des  Beratungszentrums Südstormarn hatten 2016 38 Fälle Beratung von Frauen und Mädchen im Kontext von Gewalt (auch außerfamiliäre Gewalt). Davon waren 21 Beratungen mit häuslicher Gewalt. 16 Kinder waren davon mit betroffen und noch mal zehn Familien mit 17 Kindern wurden in der Erziehungsberatung mit häuslicher Gewalt beraten. Zwei Frauen waren selbst gewalttätig.

An die Beratungsstelle für Frauen und Mädchen (BEST) wandten sich im Jahr 2016 

acht Frauen, die von Gewalt betroffen waren. Bei sieben Frauen handelte es die um häusliche Gewalt durch den Partner.

Auf den Tüten befindet sich die Telefonnummer der bundesweiten Hilfetelefons GEWALT GEGEN FRAUEN: 0 8000 116 016. Das kostenlose Hilfetelefon ist 365 Tage im Jahr rund um die Uhr erreichbar. Es bietet Betroffenen erstmals die Möglichkeit, sich zu jeder Zeit anonym, kompetent und sicher beraten zu lassen. Ob Gewalt in Ehe oder Partnerschaft, sexuelle Übergriffe oder Vergewaltigung sowie Stalking, Zwangsprostitution oder Genitalverstümmelung – Beraterinnen stehen hilfesuchenden Frauen zu allen Formen der Gewalt vertraulich zur Seite und leiten sie auf Wunsch an die passende Unterstützungseinrichtung vor Ort weiter. 

Rund um den 25. November 2017 planen die hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Stormarn mit ihren Kooperationspartner/innen in vielen Städten und Gemeinden Informationsstände und Veranstaltungen, die in der Anlage „Gesamtübersicht 2017“ aufgelistet sind. Zudem findet zu dem Thema eine Ausstellung in Bad Oldesloe statt. Weitere Informationen dazu finden Sie hier!


Zum Hintergrund: 

Alljährlich am 25. November findet der von den Vereinten Nationen deklarierte Internationale Tag zur Beseitigung jeder Form von Gewalt gegen Frauen statt. Hintergrund für die Entstehung des Aktionstags war die Verschleppung, Vergewaltigung und Ermordung von drei Frauen im Jahr 1960 in der Dominikanischen Republik durch Soldaten des ehemaligen Diktators Trujillo. Seit dem 25. November 1981 wird weltweit durch Aktionen, Veranstaltungen und Tagungen von Frauenprojekten und Initiativen, aber auch von staatlicher Seite zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen und Kinder aufgerufen.