Verwaltung >Bürgerservice >Nachrichten >

Neue Straßennamen für das ehemalige Depotgelände

Kategorie: Nachrichten

Von: Tanja Woitaschek

Wappen Glinde

Der Kulturausschuss hat in seiner Sitzung am 25.11.08 folgende Straßennamen beschlossen:

An der alten Wache      

Prof.-Bachofer-Str.
Arthur-Christiansen-Str.
Kuno-Hanke-Weg
Gerda-Maßmann-Weg

Kaposvár-Spange  

Am alten Gleis       

Schoosterspadd
Möllersstieg
Sniedersloop       
Melkersgang
Buernstraat
Schoolmestersbagen

Herbert-Rübner-Str. 

Am alten Lokschuppen     
Ing.-Honnef-Str.      

 

Eine Arbeitsgruppe, die sich aus je einem Fraktionsmitglied und der Verwaltung zusammen setzte, hat Vorschläge aus den Vereinen, Verbänden und Fraktionen in mehreren Sitzungen gesichtet und besprochen und auch eigene Vorschläge eingebracht.

Die Aufgabe bestand darin, möglichst wenige neue Straßennamen unter Berücksichtigung der Hausnummernvergabe auszuwählen.
Längst überfällige Ehrungen, ein historischer Bezug zum Gelände und die Berücksichtigung unserer ungarischen Schwesterstadt Kaposvár sollten einfließen.

Das Gebiet wurde dafür in Quartiere eingeteilt. Im Nord-Osten sollte die Erweiterung des Gewerbegebietes einen treffenden Namen erhalten.
Der Abzweig von der Berliner Straße erhält den Namen „Am alten Lokschuppen“.
Den Glinder Bürgerinnen und Bürgern ist die alte Halle des ehemaligen Verladebahnhofs im Sprachgebrauch als Lokschuppen bekannt.
Die zweite neue Straße im Gewerbegebiet soll dann „Ing.-Honnef-Straße “ heißen.
Hermann Honnef (1878 – 1861) war deutscher Erfinder und Windenergiepionier.
1934 wollte er vor den Toren Glindes ein Windkraftwerk mit angrenzendem Elektrizitätswerk bauen lassen. Die politischen Entwicklungen verhinderten dies schließlich. Das „Projekt Honnef“ ist sogar für das Fernsehen verfilmt worden.

Das östliche Quartier wurde nach ehemaligen Bürgervorstehern bzw. einer Bürgervorsteherin benannt.

Allen voran Arthur Christiansen mit der „Arthur-Christiansen-Straße“. Er war Bürgervorsteher von 1962 – 1966 und findet hier auch Ehrung für seine Verdienste um die Verschwisterung mit dem französischen Saint-Sébastien-sur-Loire. Er war Träger des Bundesverdienstkreuzes und erhielt als bisher einziger Glinder Bürger die Ehrenbürgerwürde der Stadt Glinde. Außerdem war er Ehrenbürger von Saint-Sébastien-sur-Loire, wo er am 14.07.1989 aus Anlass des 25-jährigen Verschwisterungsjubiläums schon zu Lebzeiten mit einer eigenen Straße (Allee Arthur Christiansen) geehrt wurde.

„Prof.-Bachofer-Straße“: Professor Dr.phil.Dr.h.c. Wolfgang Bachofer, ehem. Dozent für Germanistik an der Universität Hamburg, war Bürgervorsteher von 1972 – 1981 und wird geehrt für seine Verdienste um die Verschwisterung mit dem ungarischen Kaposvár. Er war außerdem Ehrenbürger von Saint-Sébastien-sur-Loire.
„Kuno-Hanke-Weg“: Kuno Hanke war Bürgervorsteher von 1982 – 1990.
„Gerda-Maßmann-Weg“: Gerda Maßmann war Bürgervorsteherin von 1990 – 2000.

Die Verlängerung des Holstenkamps und Verbindung zur Möllner Landstraße erhält den Namen „Kaposvár-Spange“. Seit 1970 werden freundschaftliche Kontakte zur ungarischen Stadt gepflegt, die 1990 in eine offizielle Verschwisterung mündeten.
Bisher fand sich in Glinde keine Straße oder kein Ort, der an die Verbindung mit Kaposvár erinnert.
Man hat hierfür mit Bedacht eine Straße gewählt, an der keine Wohnbebauung vorgesehen ist, da es ja bei ausländischen Straßennamen oft zu Schwierigkeiten in der Aussprache und Schreibweise kommt.

Für das nordwestliche Gebiet wird der Name der Erschließungsgesellschaft „An der alten Wache“ übernommen. Dieser Begriff hat sich schon eingebürgert und stellt den historischen Bezug zum Gelände her.

Das südwestliche Quartier sollte Namen eines Oberbegriffes erhalten. Wir finden hier alte Berufsbezeichnungen wieder, die es immer in Glinde gegeben hat. Die Schreibweise in der niederdeutschen Version soll der Erhaltung und Erinnerung der Heimatsprache dienen.


Nördlich wird diese Siedlung von „Am alten Gleis“ flankiert, in Bezug auf die früher bestehende Gleisanbindung des Depotgeländes, südlich durch die „Herbert-Rübner-Straße“. Er war Bürgermeister von 1951 bis 1972.