Gleichstellungspolitik

Ein Gesamtbild der Gleichstellungsmängel in der Bundesrepublik Deutschland liefert der 1. Gleichstellungsbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2011:

"Neue Wege – gleiche Chancen, Gleichstellung von Frauen und Männern im Lebensverlauf"

 

Das mit der Berichterstattung beauftragte interdisziplinäre Fachgremium hat neben der Situationsbeschreibung auch einen Katalog an Maßnahmen erstellt, die die Umsetzung der Gleichstellung von Frauen und Männern befördern würden.

Um Gleichstellungspolitik voran zu bringen und auf tatsächliche Chancengerechtigkeit für alle Menschen nachhaltig hinwirken zu können, benötigen Gleichstellungsbeauftragte tragfähige Netzwerke und Bündnisse.

Deshalb arbeite ich in regionalen und landesweit aktiven Netzwerken mit. Als regionale Netzwerke sind die Kreiskonferenz der hauptamtlichen kommunalen Gleichstellungsbeauftragten in Stormarn und die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der hauptamtlichen kommunalen Gleichstellungsbeauftragten in Schleswig-Holstein www.gleichstellung-sh.de zu nennen. 

 

Die LAG wiederum hat mich in den Landesfrauenrat (LFR) www.landesfrauenrat-s-h.de entsandt, um dort die hauptamtlichen kommunalen Gleichstellungsstellungsbeauftragten und ihre Themen zu vertreten.

 

Auf der Bundesebene ist die LAG in der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros BAG www.frauenbeauftragte.de  vertreten. Während die LAG gleichstellungspolitische Themen bei der Landesregierung Schleswig-Holsteins vertritt, tut die BAG dasselbe bei der Bundesregierung. 

 

Dort ist das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend BMFSFJ www.bmfsfj.de für Fragen der Gleichstellung der Geschlechter zuständig.

 

Frauen sind in der Kommunalpolitik nur sehr selten vertreten. Das hat Auswirkungen auf fast alle kommunalpolitischen Entscheidungen, denn die Lebenswirklichkeit von Frauen und Mädchen findet dadurch oft zu wenig Beachtung. Beispiele hierfür liefert die Forschung zur Regionalplanung aus Frauensicht www.bbsr.bund.de.

Frauen haben andere Ansprüche an Verkehr und Städte, weil sie den öffentlichen Raum anders nutzen als Männer. Sie kaufen ein, bringen Kinder in die Schule oder in den Kindergarten, zur Musikstunde, zum Sport. Sie begleiten Angehörige zum Arzt oder ins Krankenhaus. Männer nutzen den öffentlichen Raum überwiegend für die Fahrt (zumeist im eigenen PKW) zur Arbeit. Frauen nutzen den ÖPNV, legen Wert auf kurze Wege und Grün in der Stadt. Wenn nun in Bauausschüssen und Bauämtern überwiegend Männer vertreten sind, besteht die Gefahr, dass sie einseitig aus ihrer Sicht planen und entscheiden.

 

Um langfristig gleich viele Frauen und Männer in den politischen Gremien in Stormarn und Schleswig-Holstein zu erreichen, wurde das Kommunalpolitische Frauennetzwerk KOPF Stormarn  auf Initiative der hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Stormarn im Juni 2009 gegründet. KOPF Stormarn arbeitet unabhängig und Partei übergreifend. 

Ziel des Netzwerkes ist es, die Kompetenzen von bereits tätigen Kommunalpolitikerinnen zu bündeln und zu stärken sowie politisch interessierten Frauen den Einstieg in die Politik zu erleichtern. 

Seit Gründung werden regelmäßige Fach- und Fortbildungsveranstaltungen  zu den unterschiedlichsten Themen angeboten. Hintergrundwissen, Rhetorik und Netzwerke sind wichtige Faktoren, um in der politischen Arbeit zu überzeugen. 

Frauen erhalten für ihre Arbeit immer noch weniger Gehalt als Männer. Sie machen wesentlich seltener Karriere und werden in der Regel nur dann Chefin in großen Betrieben, wenn sie diese geerbt haben. Diese Ungleichheit wird jährlich mit dem EqualPayDay www.equalpayday.de Medien wirksam ins Licht der Öffentlichkeit gestellt. Der EqualPayDay findet immer an dem Tag des laufenden Jahres statt, bis zu dem Frauen im Durchschnitt hätten arbeiten müssen, um das durchschnittliche Gehalt, das Männer im Vorjahr verdient haben, zu erreichen. 

 

Inter- und Transsexualität sind seit Jahren Themen, die die Gleichstellungspolitik intensiv beschäftigen. www.bpb.de. Nach Schätzungen des Deutschen Ethikrates leben in Deutschland ca 80.000 Menschen, die nicht über eine eindeutig männliche oder weibliche Geschlechtszugehörigkeit verfügen, das bedeutet ein Verhältnis von 1:1000.  Diese Menschen werden als intersexuell bezeichnet. Herunter gebrochen auf die Einwohnerinnen- und Einwohnerzahlen in Glinde würde diese Schätzung bedeuten, dass hier 18 intersexuelle Menschen leben. 

Bis zum 1. November 2013 war es notwendig Kindern, die ohne eindeutige (äußere) Geschlechtsmerkmale geboren wurden, im Rahmen der Geburtsbeurkundung einem Geschlecht zuzuordnen. In den meisten Fällen wurden dann auch sehr schnell chirurgische und hormonelle Eingriffe durchgeführt, die die äußeren Geschlechtsmerkmale dem eingetragenen Geschlecht anpassten. Die Bundesregierung gab aufgrund verschiedener Urteile des Bundesverfassungsgerichts zum Transsexuellengesetz (TSG) www.gesetze-im-internet.de beim Deutschen Ethikrat eine Stellungnahme zu diesem Themenfeld in Auftrag www.ethikrat.org. Seit dem 1. November 2013 kann auf Antrag beim Eintrag in das Geburtsregister auf die Angabe eines Geschlechts verzichtet werden. Für einige Interessenvertretungen von Inter- und Transsexuellen geht diese Regelung jedoch noch nicht weit genug. Sie fordern die Möglichkeit eine dritte Option zu haben, für die sich inter- und transsexuelle Menschen entscheiden können. dritte-option.de;

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