Fortsetzung Siedlung Oher Weg - Negerdorf

Für die Einen war es der schwarzblaue Tarnanstrich, den die Siedlung bekommen hatte, den Anderen erschien die Aufstellung der Gebäude mit Aufmarschplatz "wie ein Negerkral".

Ein Übriges taten die Strohdächer. Die Siedlung war den Offizieren und höheren Beamten des gerade ebenfalls im Bau befindlichen Heereszeugamtes vorbehalten.

Nur wenig ist an den Gebäuden in den vergangenen Jahrzehnten geändert worden, in denen der Bund die Wohnungen auch an "Zivilisten" vermietet hat. Deshalb konnten sie kürzlich auch mit Fug und Recht unter Denkmalschutz gestellt werden.

Für die Stadt Glinde und die Denkmalpflege erwies es sich als Glücksfall, dass die Baugenossenschaft freier Gewerkschafter (BGFG) die Siedlung vorbildlich instandgesetzt und somit denkmalgerecht erhalten hat.

In der Veröffentlichung DenkMal! 2006 des Landesamtes für Denkmalpflege in Schleswig-Holstein ist ein weitaus ausführlicherer Artikel über das Negerdorf erschienen.

Zum Nachlesen veröffentlichen wir hier den erschienenen Artikel.
Denkmal! Schleswig-Holstein, Jahrgang 13, 2006, Heide: Boyens, S. 25-30
(Achtung: Sehr großes pdf - 5,5 Mb)

Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Boyens Verlags in Heide.

Sie können diesen Bericht auch gern einsehen. Bitte wenden Sie sich hierfür an Jutta Kricheldorff, Stadtplanung der Stadt Glinde, Tel. 710 02320.


„Beschilderung historisch bedeutsamer Gebäude in Glinde“
Informationsschild über das Negerdorf


Seit 26.02.08 erläutert eine Informationstafel am Oher Weg, welchen geschichtlichen Hintergrund die kleine Reetdachsiedlung hat.
Das inzwischen sechste Schild in der Reihe der historisch bedeutsamen Gebäude/Ensembles in Glinde befindet sich direkt am Anfang des Negerdorfes.

Finanziell ermöglicht wurde es durch die Baugenossenschaft freier Gewerkschafter eG (BGFG), die das Areal 2003 kaufte. Der Text auf der Tafel wurde von Klaus Utermöhlen vom Heimat- & Bürgerverein und von Hans-Peter Busch, zweitem Vorsitzenden des Stadtmarketings, verfasst.

Dieser wohl einzigartige Name für eine Siedlung wurde anfangs durch den Volksmund geprägt. Für die einen war es der schwarzblaue Tarnanstrich, den anderen erschien die ovale Aufstellung der Gebäude mit Aufmarschplatz „wie ein Negerkral“. Ein Übriges taten die Strohdächer. Seit 1961 allerdings ist der Begriff „Negerdorf“ offiziell, da das Landesbauamt Lübeck diesen Namen aktenkundig machte.

Die 1936/37 für die Offiziere und Beamten des Heereszeugamtes errichtete Siedlung besteht aus sieben Gebäuden und 24 Wohnungen. Nachdem der Bund das Gelände Anfang der 1960er Jahre von den Briten übernommen hatte, diente es ab 1969 als Unterkunft für die Bediensteten der Bundeswehr. Seit 2003 steht das Negerdorf unter Denkmalschutz. Herr Ermeler ist Bewohner einer der rundum sanierten denkmalgeschützten Häuser. Vom quirligen Hamburger Stadtteil St. Georg hat es ihn in die beschauliche ruhige und zentrale Siedlung im Herzen von Glinde gezogen.

Foto v.l.n.r.:
Klaus Utermöhlen – Heimat- & Bürgerverein
Rolf Ermeler - Bewohner eines Reetdachhauses im Negerdorf
Baugenossenschaft freier Gewerkschafter (BGFG) – Ingo Theel
Tanja Woitaschek – Stadt Glinde
Hans-Peter Busch – Stadtmarketing

Foto: Michael Rommel



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